Renovierungskosten pro Quadratmeter: Durchschnittliche Preise 2026 im Überblick

Renovierungskosten pro Quadratmeter: Durchschnittliche Preise 2026 im Überblick
Gerhard Schaden 10 Feb 2026 0 Kommentare Bauen und Renovieren

Wie viel kostet es wirklich, eine Wohnung oder ein Haus zu renovieren? Viele Hausbesitzer starten mit einer Schätzung von 800 Euro pro Quadratmeter - und landen dann bei 1.500 Euro oder mehr. Die Realität ist härter als die Hoffnung. In Deutschland liegen die durchschnittlichen Renovierungskosten 2026 zwischen 600 und 1.600 Euro pro Quadratmeter, aber das ist nur die Spitze des Eisbergs. Wer nicht genau weiß, was in seinen Wänden steckt, der rechnet mit Überraschungen - und die kosten Geld.

Was bestimmt die Kosten wirklich?

Nicht jeder Quadratmeter ist gleich. Eine Wohnung aus den 1990er Jahren mit moderner Technik kostet deutlich weniger als ein Haus aus den 1950ern mit feuchten Wänden und alten Leitungen. Die drei Hauptfaktoren, die den Preis drehen, sind: das Gebäudealter, der Umfang der Sanierung und die regionale Lage.

Alte Gebäude, besonders solche aus der Nachkriegszeit, haben oft versteckte Probleme: fehlende Dämmung, asbesthaltige Dichtungen, rostige Rohre, oder Schimmel hinter Tapeten. Die Deutsche Energie-Agentur (dena) hat festgestellt, dass Baukosten seit 2021 um über 40 % gestiegen sind. Das trifft Sanierungen besonders hart, denn hier werden nicht nur neue Materialien verbaut - es muss auch das Alte abgerissen werden. Ein Haus aus den 1970ern, das komplett saniert wird, kostet heute durchschnittlich 1.100 bis 1.500 Euro pro Quadratmeter. Bei einem Gebäude aus den 1950ern kann die Summe locker 1.800 Euro pro Quadratmeter erreichen.

Regionale Unterschiede spielen auch eine Rolle. In München oder Hamburg sind Handwerkerpreise oft 15-20 % höher als in Leipzig oder Dresden. Doch das ist nur ein Teil des Bildes. Der größte Preisunterschied entsteht durch den Sanierungsstandard. Willst du nur die Küche erneuern? Dann liegst du bei 400-600 Euro pro Quadratmeter. Möchtest du das Haus auf den Effizienzhausstandard 55 bringen? Dann steigen die Kosten auf 1.160 bis 1.590 Euro pro Quadratmeter - und das ist nur der Anfang.

Kosten im Detail: Von Dach bis Bad

Es macht einen riesigen Unterschied, ob du nur die Farbe wechselst oder die gesamte Haustechnik erneuerst. Hier ein Überblick über die wichtigsten Gewerke und ihre aktuellen Kosten (Stand 2026):

  • Dachsanierung: 140-510 Euro pro m² - je nach Dachform, Material und Dämmung
  • Fassadensanierung: 120-390 Euro pro m² - mit Wärmedämmverbundsystem (WDVS) steigt der Preis auf 180-300 Euro pro m²
  • Kellerarbeiten: 30-2.000 Euro pro m² - bei Feuchtigkeit oder Schimmel kann der Preis explodieren
  • Elektrik: 110-170 Euro pro m² - inklusive Neuauslegung der Leitungen und Sicherheitsanforderungen
  • Badsanierung: ab 300 Euro pro m² - mit neuen Fliesen, Badewanne, Dusche und Lüftung
  • Rohrleitungen: 200-300 Euro pro m² - für Kupfer- oder Kunststoffrohre, inklusive Abwasser
  • Fenstertausch: 800-1.500 Euro pro Fenster - inklusive Einbau und Rahmen
  • Wärmepumpe: 25.000-40.000 Euro - für ein Einfamilienhaus mit Heizlast von 10-15 kW

Was viele unterschätzen: Dämmung kostet nicht nur Geld, sie ist auch ein Zeitfaktor. Kerndämmung bei zweischaligem Mauerwerk kostet 30-60 Euro pro m², Dachschrägen 25-50 Euro pro m², und die oberste Geschossdecke 20-40 Euro pro m². Diese Maßnahmen sind nicht optional - sie sind gesetzlich vorgeschrieben, wenn du das Gebäude modernisierst.

Vergleich zweier Häuser: modernes, gedämmtes Gebäude links, verfallenes Altbauhaus rechts mit Kostenangabe pro Quadratmeter.

Energetische Sanierung: Mehr als nur Wärmedämmung

Seit dem 1. Januar 2026 gilt das neue Gebäudeenergiegesetz (GEG) strenger. Wer sanieren will, muss jetzt auch energetisch nachdenken. Das bedeutet: Dämmung, Fenster, Heizung - alles muss auf den neuesten Stand gebracht werden.

Ein Effizienzhaus 100 (der alte Standard) kostet etwa 740-1.140 Euro pro Quadratmeter. Ein Effizienzhaus 55 (der aktuelle Neubaustandard) liegt bei 1.160-1.590 Euro pro Quadratmeter. Für eine 140 m² große Wohnung bedeutet das: mindestens 103.000 Euro. Und das ist nur der Grundpreis. Wer zusätzlich eine Wärmepumpe, eine Solaranlage und eine Lüftungsanlage einbaut, kommt schnell auf 150.000 Euro oder mehr.

Die gute Nachricht: Die Bundesregierung fördert das. Ab April 2026 gibt es von der KfW Zuschüsse von bis zu 25 % für Sanierungen bis zum Effizienzhaus 55. Dazu kommen noch BAFA-Fördermittel für Wärmepumpen. Wer clever plant, kann bis zu 40 % der Kosten erstattet bekommen. Aber: Die Förderanträge müssen vor Baubeginn gestellt werden. Wer erst nach der Rechnung nachfragt, hat verloren.

Die größten Fallstricke: Was niemand erwartet

Die meisten Sanierungen laufen nicht wie geplant. Warum? Weil man nicht sieht, was hinter den Wänden ist. Architektin Sabine Weber vom Bund Deutscher Architekten (BDA) hat in ihrer Studie festgestellt: Bei 78 % aller Sanierungen werden versteckte Schäden entdeckt - Schimmel, feuchte Kellerwände, defekte Dachdichtungen, oder kaputte Träger.

Ein Nutzer aus Graz, der seine Doppelhaushälfte aus den 1970ern sanierte, berichtete auf einem Forum: „Wir hatten 120.000 Euro eingeplant. Am Ende waren es 138.000 Euro. Der Grund? Schimmel hinter der Dachbalkenlage - und das hat uns 18.000 Euro gekostet.“

Experten wie Dr. Markus Müller vom Deutschen Institut für Bautechnik (DIBt) warnen: Sanierungskosten werden oft um 15-20 % unterschätzt. Die Stiftung Warentest empfiehlt daher: Halte mindestens 10 % deines Budgets als Puffer zurück. 71 % aller Sanierungsprojekte übersteigen die geplante Summe. Und das ist kein Zufall - das ist die Norm.

Ein weiteres Problem: Die Wartezeiten. Im Jahr 2020 war die Wartezeit für einen guten Handwerker 4 Wochen. Heute ist sie 14 Wochen - eine Steigerung von 300 %. Wer nicht früh genug plant, verliert Monate. Und jede Verzögerung kostet Geld: Miete, Zinsen, Verzögerungsgebühren.

Handwerker prüfen Baupläne in einer renovierungsstehenden Wohnung mit abgerissenen Fliesen und einem Budget-Tracker mit Warnhinweisen.

Wie du die Kosten im Griff behältst

Du kannst nicht verhindern, dass die Kosten steigen. Aber du kannst verhindern, dass sie dich überwältigen. Hier sind fünf Praxis-Tipps:

  1. Planungsphase: 3-6 Monate einplanen. Nicht 3 Wochen. Architekturbüros empfehlen, mindestens drei Monate für Gutachten, Angebote und Genehmigungen zu nehmen.
  2. Drei Angebote einholen. Der Deutsche Handwerkskammertag (DHKT) sagt: Die Streuung zwischen dem günstigsten und teuersten Angebot liegt durchschnittlich bei 42 %. Nicht jedes günstige Angebot ist schlecht - aber das billigste ist oft das teuerste.
  3. Fördermittel nutzen. KfW, BAFA, regionale Förderprogramme - alles zusammen kann bis zu 40 % ausmachen. Aber: Anträge vorher, nicht nachher.
  4. Eigenleistungen einplanen. Wer selbst streicht, abräumt oder alte Fliesen zieht, spart 15-20 %. Aber: Nur, wenn du weißt, was du tust. Ein falsch verlegter Boden kostet mehr als ein Handwerker.
  5. Keine Eile. Wer im Frühjahr loslegt, hat bessere Termine als wer im Winter baut. Die Handwerker sind im Sommer überlastet - aber im Herbst gibt es freie Kapazitäten.

Was kommt noch?

Die Kosten werden weiter steigen. Das ifo Institut prognostiziert für 2026 einen Anstieg von 5-8 %. Die GEG-Vorgaben ab 2026 erhöhen die Kosten für energetische Sanierungen um durchschnittlich 12 %. Langfristig rechnet das DIW mit 1.800 Euro pro Quadratmeter bis 2030. Das klingt dramatisch - aber es ist realistisch.

Was hilft? Bessere Planung, mehr Handwerker, und kluge Förderung. Aber das dauert Jahre. Bis dahin: Wer sanieren will, muss bereit sein, mehr zu zahlen - und mehr zu planen.

Wie hoch sind die durchschnittlichen Renovierungskosten pro Quadratmeter in Deutschland 2026?

Die durchschnittlichen Renovierungskosten pro Quadratmeter in Deutschland liegen 2026 zwischen 600 und 1.600 Euro. Eine vollständige Kernsanierung, inklusive energetischer Maßnahmen, kostet typischerweise 1.000 bis 1.500 Euro pro Quadratmeter. Ältere Gebäude aus den 1950er Jahren können bis zu 1.800 Euro pro Quadratmeter erreichen, besonders wenn versteckte Schäden wie Schimmel oder fehlende Dämmung auftreten.

Welche Sanierungsmaßnahmen kosten am meisten?

Die teuersten Maßnahmen sind die energetischen Sanierungen: eine neue Wärmepumpe inklusive Installation kostet 25.000-40.000 Euro, Fenstertausch liegt bei 800-1.500 Euro pro Fenster, und eine komplette Fassadensanierung mit Wärmedämmverbundsystem (WDVS) kann 180-300 Euro pro Quadratmeter kosten. Auch Kellerarbeiten bei Feuchtigkeitsschäden können bis zu 2.000 Euro pro Quadratmeter verschlingen. Wer ein Haus auf den Effizienzhausstandard 55 bringen will, muss mit 1.160-1.590 Euro pro Quadratmeter rechnen.

Wie viel Puffer sollte ich für unerwartete Kosten einplanen?

Experten empfehlen mindestens 10-20 % Puffer. Architekten und Handwerker berichten, dass bei 78 % der Sanierungen versteckte Schäden auftreten - oft erst nach dem Abbruch. Die Stiftung Warentest rät, 10 % des Gesamtbudgets als Reserve vorzuhalten. Wer weniger einplant, riskiert, das Projekt zu stoppen oder Kredite nachzufinanzieren.

Kann ich Fördermittel für meine Sanierung bekommen?

Ja, und zwar deutlich mehr als früher. Ab April 2026 bietet die KfW Zuschüsse von bis zu 25 % für Sanierungen bis zum Effizienzhaus 55. Die BAFA fördert Wärmepumpen mit bis zu 45 % der Investitionskosten. Regionale Programme, wie in Bayern oder Baden-Württemberg, bieten zusätzlich 5-10 %. Wichtig: Alle Anträge müssen vor Baubeginn gestellt werden. Spätere Anträge werden nicht akzeptiert.

Warum sind die Kosten in Bayern höher als im Norden?

Es liegt nicht nur an den Materialpreisen. In Bayern sind die Löhne für Handwerker durchschnittlich 10-15 % höher als in Ostdeutschland. Außerdem gibt es dort mehr Sanierungsprojekte - und damit weniger freie Kapazitäten. Die Wartezeiten für Handwerker liegen in Bayern bei durchschnittlich 16 Wochen, im Osten bei 12 Wochen. Auch die Bauvorschriften sind strenger, was zusätzliche Prüfungen und Dokumentationen erfordert.

Wie lange dauert eine durchschnittliche Sanierung?

Eine komplette Sanierung eines Einfamilienhauses dauert im Durchschnitt 8-14 Monate. Drei Monate für Planung und Genehmigungen, 2-3 Monate für Abbruch und Rohbau, 4-6 Monate für Innenausbau, und 1-2 Monate für Feinarbeiten. Die Wartezeiten für Handwerker können die Dauer deutlich verlängern - besonders in der Hochsaison von März bis September.