Badezimmer-Checkliste: Von der Idee bis zur Abnahme - Schritt für Schritt zur perfekten Renovierung

Badezimmer-Checkliste: Von der Idee bis zur Abnahme - Schritt für Schritt zur perfekten Renovierung
Gerhard Schaden 18 Feb 2026 0 Kommentare Bauen und Renovieren

Ein neues Badezimmer ist mehr als nur neue Fliesen und ein modernes Waschbecken. Es ist ein Raum, der jeden Tag genutzt wird - morgens, abends, in Eile oder in Ruhe. Und doch machen fast alle Hausbesitzer mindestens einen Fehler bei der Planung. Die meisten denken: „Ich weiß doch, was ich will.“ Doch dann sitzt man drei Monate später vor einem halb fertigen Bad, das zwar schön aussieht, aber praktisch nicht funktioniert. Warum? Weil die Planung nicht systematisch war. Eine gute Badezimmer-Checkliste verhindert diese Fehler - und sorgt dafür, dass am Ende nicht nur ein schönes, sondern auch ein funktionierendes Bad entsteht.

Phase 1: Die Idee klären - Was brauchst du wirklich?

Bevor du irgendeine Fliese anschaust, musst du dir klar werden: Wer nutzt das Bad? Wie nutzt es? Und was stört dich am alten Bad? Ein Single braucht andere Dinge als eine Familie mit Kindern. Wer morgens schnell duscht, braucht keine große Badewanne. Wer sich abends verwöhnen möchte, braucht genau die. Notiere dir alles: mehrere Waschbecken? Separater WC-Raum? Dusche mit Sitzbank? Regen-Duschkopf? Ein Spiegel mit Beleuchtung? Eine Heizung, die auch den Boden wärmt? Diese Liste wird später deine Entscheidungshilfe sein. Vergiss nicht: Was du heute willst, ist nicht immer das, was du in zehn Jahren brauchst. Überlege, ob das Bad barrierefrei werden sollte - auch wenn du jetzt noch nicht alt bist. Ein Schritt, den du später nachträglich einbauen willst, kostet doppelt so viel.

Phase 2: Der Grundriss - Platz ist alles

Messe dein Bad genau aus. Nicht nur die Wände, sondern auch die Türöffnungen, die Fenster, die Rohre, die Heizkörper. Ein Zentimeter zu wenig Platz an der Dusche? Dann bleibt die Tür nicht mehr zu. Ein Waschbecken, das zu nah an der Wand steht? Dann kannst du dich nicht waschen, ohne den Arm zu heben. Zeichne den Grundriss auf Papier oder nutze eine kostenlose App wie SketchUp Free. Trage alle festen Elemente ein: Rohre, Fenster, Heizkörper, Türanschläge. Jetzt kannst du sehen: Wo kann eine Dusche hin? Wo passt eine Badewanne? Wo bleibt genug Bewegungsraum? Mindestens 60 cm Platz vor der Toilette, 70 cm vor dem Waschbecken, 80 cm vor der Dusche - das ist die Faustregel. Und vergiss nicht: Türen schlagen nach innen oder außen? Wenn sie nach innen schlagen, brauchst du mehr Platz im Bad. Manche entscheiden sich deshalb für eine Schiebetür.

Phase 3: Sanitär und Technik - Die unsichtbare Arbeit

Hier passieren die teuersten Fehler. Du denkst, du kannst einfach das Waschbecken woanders hinstellen? Nicht so schnell. Die Abwasserrohre laufen meist unter dem Boden. Wenn du das Waschbecken um zwei Meter verschiebst, musst du die gesamte Rohrleitung verlegen - und das kostet tausende Euro. Deshalb: Prüfe zuerst, wo die bestehenden Leitungen liegen. Markiere sie auf deinem Grundriss. Dann entscheide: Kannst du die Sanitärpositionen beibehalten? Wenn ja, sparst du viel Geld. Wenn nicht, musst du das mit einem Installateur klären. Auch die Elektrik braucht Planung: Wo kommen die Steckdosen hin? Für Rasierapparat, Haartrockner, elektrische Zahnbürste? Sie müssen mindestens 60 cm vom Waschbecken entfernt sein. Und die Lüftung? Ohne gute Lüftung wirst du Schimmel haben. Ein Fenster reicht oft nicht. Eine mechanische Abluftanlage mit Feuchtigkeitssensor ist die bessere Lösung. Sie schaltet sich automatisch ein, wenn die Luft feucht ist - und spart Energie.

Phase 4: Oberflächen und Materialien - Schön, aber langlebig

Fliesen sind nicht gleich Fliesen. Eine glänzende Wandfliese sieht toll aus, aber sie ist rutschig, wenn sie nass wird. Für den Boden brauchst du rutschfeste, antirutschige Fliesen - mit R11 oder R12-Rutschhemmung. Für die Wände kannst du glatte Fliesen nehmen, aber nur, wenn sie nicht direkt unter der Dusche liegen. Und was ist mit Naturstein? Aussehen? Wunderbar. Pflege? Ein Alptraum. Der Stein saugt Wasser auf, verfärbt sich, wird schimmelig. Künstliche Steine oder großformatige Keramikfliesen sind die bessere Wahl. Auch der Bodenbelag: Parkett im Bad? Nein. Holz verzieht sich, wenn es nass wird. Echtes Holz gibt es nur, wenn es speziell behandelt ist - und dann kostet es doppelt so viel wie Fliesen. Ein guter Tipp: Wähle eine Farbe, die sich nicht mit Kalkablagerungen abhebt. Hellgrau, Beige oder Dunkelblau verbergen Flecken besser als Weiß. Und vergiss nicht: Die Fugen sind genauso wichtig wie die Fliesen. Silikonfugen halten nicht ewig. Nutze Fugenmörtel mit antimikrobieller Wirkung.

Querschnitt eines Badezimmers mit sichtbaren Wasserrohren, Elektrik, Lüftung und Fußbodenheizung unter Fliesen, in technischem Lichtstil.

Phase 5: Licht - Stimmung und Sicherheit

Ein Badezimmer mit nur einer Deckenlampe ist aus den 90ern. Heute braucht man mehrere Lichtquellen. Eine helle, neutrale Deckenlampe fürs Waschen und Rasieren. Eine warme Lichtquelle am Spiegel, die das Gesicht nicht flach ausleuchtet. Und ein sanftes Nachtlicht am Boden, das dich nachts sicher zum WC führt. LED-Stripes unter dem Waschbecken oder im Spiegelschrank schaffen eine moderne Atmosphäre. Die Lichtfarbe sollte zwischen 3000 und 4000 Kelvin liegen - warm genug, um gemütlich zu wirken, aber hell genug, um Details zu erkennen. Und achte auf den Lichtschutz: In der Nähe von Wasser brauchst du Lampen mit IP44-Schutz. Sonst ist es gefährlich.

Phase 6: Budget - Was du wirklich brauchst

Ein Badezimmer kostet nicht 5000 Euro. Es kostet 10.000 bis 25.000 Euro - je nach Qualität. Aber du musst nicht alles teuer machen. Setze Prioritäten: Sanitär und Technik sind das Fundament. Darauf sparst du nicht. Fliesen und Möbel kannst du später upgraden. Ein guter Ansatz: 70 % des Budgets für Sanitär, Rohre, Lüftung, Elektrik. 20 % für Fliesen und Boden. 10 % für Möbel, Spiegel, Accessoires. Und immer 10 % als Puffer einplanen - für unerwartete Überraschungen. Ein Rohr, das undicht ist? Eine Wand, die nicht gerade ist? Ein Installateur, der länger braucht? Das passiert. Wenn du kein Pufferbudget hast, gerätst du unter Druck - und nimmst Kompromisse, die du später bereust.

Phase 7: Die Partner - Wer macht was?

Du kannst nicht alles selbst machen. Ein Installateur braucht eine Lizenz. Ein Elektriker muss die Prüfungen bestehen. Ein Badplaner mit 3D-Software kann dir zeigen, wie dein Bad später aussehen wird - und das verhindert böse Überraschungen. Hole mindestens drei Angebote ein. Frag nicht nur nach dem Preis, sondern nach der Erfahrung: „Wie viele Badezimmer haben Sie in den letzten zwei Jahren gebaut?“ „Können Sie Referenzen zeigen?“ „Wie lange dauert die Planungsphase?“ Ein guter Badplaner erstellt nicht nur einen Plan - er erklärt dir, warum etwas so oder so gemacht werden muss. Und er fragt: „Was ist dir wichtig?“ Nicht: „Was können wir verkaufen?“

Barrierefreie Dusche mit Null-Einstieg, LED-Beleuchtung und mattem Fliesenboden in einem ruhigen, abendlich beleuchteten Badezimmer.

Phase 8: Nachhaltigkeit und Zukunft

Ein modernes Bad ist nicht nur schön - es ist auch sparsam. Ein wassersparender Duschkopf spart bis zu 50 % Wasser. Eine Dusche mit Thermostat vermeidet unnötiges Warmwasser. Ein Energiespar-Abwasser-Wärmetauscher nutzt die Wärme des abfließenden Wassers, um das neue Wasser vorzuwärmen. Und eine LED-Beleuchtung verbraucht kaum Strom. Auch die Materialien: Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft, Fliesen mit recycelten Inhaltsstoffen, Farben ohne Schadstoffe. Das ist nicht nur gut für die Umwelt - es erhöht auch den Wert deines Hauses. Und denk an die Zukunft: Ein Bad, das heute barrierefrei ist, ist morgen für dich oder deine Eltern nutzbar. Eine Dusche mit Eintrittshöhe von null, ein Haltegriff, ein Sitzplatz - das kostet im Neubau nur 5 % mehr. Nachträglich? 2000 Euro und mehr.

Phase 9: Die Bauphase - Was du beachten musst

Wenn der Abriss beginnt, ist Chaos angesagt. Kläre vorher: Wo duscht und wäscht ihr euch? Wo ist die Toilette? In der Wohnung gibt es oft keine zweite Toilette. Dann braucht ihr eine Bautoilette - eine mobile, tragbare Lösung. Wer das nicht plant, leidet. Auch der Bauschutt: Wer bringt ihn weg? Die meisten Bauunternehmen machen das nicht automatisch. Frag vorher. Und wer überwacht den Fortschritt? Du musst regelmäßig vor Ort sein. Ein Handwerker ist kein Zauberer. Wenn du nicht nachschaut, passieren Fehler. Ein Rohr ist falsch verlegt? Eine Fliese ist falsch gesetzt? Das merkst du nur, wenn du siehst. Dokumentiere alles: Fotos, Notizen, Änderungen. Und unterschreibe nur, wenn alles passt.

Phase 10: Die Abnahme - Nicht nur unterschreiben

Bevor du den Schlüssel entgegennimmst, machst du eine detaillierte Abnahme. Prüfe jede Fliese. Jede Dichtung. Jedes Wasser. Läuft das Wasser ab? Ist die Dusche dicht? Funktioniert die Lüftung? Sind alle Steckdosen richtig angeschlossen? Ist der Spiegel gerade? Sind alle Schubladen gerade? Teste alles. Und schreibe alles auf, was nicht stimmt. Ein guter Handwerker korrigiert das, ohne zu jammern. Wenn er sich weigert, dann hast du ein Problem. Und vergiss nicht: Die Garantie beginnt erst, wenn du die Abnahme unterschreibst. Also: Warte, bis alles perfekt ist. Ein Badezimmer ist kein Möbel, das du zurückbringst. Es bleibt 20 Jahre bei dir.

Was du nicht vergessen darfst

  • Ein Spiegel mit Beleuchtung ist kein Luxus - er ist notwendig.
  • Stauraum ist wichtiger als Design. Ein Schrank mit 50 cm Tiefe ist besser als ein flacher, schöner Korb.
  • Die Tür sollte nicht direkt auf die Dusche zeigen - das ist unangenehm und unhygienisch.
  • Ein zweites Waschbecken ist ein Luxus, aber für zwei Personen ein Game-Changer.
  • Ein Heizkörper unter dem Fenster ist gut - aber nur, wenn er nicht von Möbeln verdeckt wird.

Ein Badezimmer ist kein Projekt, das du mit einem Klick erledigst. Es ist ein Prozess. Mit einer klaren Checkliste. Mit klaren Prioritäten. Und mit der Bereitschaft, Fragen zu stellen - auch wenn du denkst, du weißt es schon. Denn das beste Bad ist nicht das teuerste. Sondern das, das genau zu dir passt - und das du jeden Tag genießt.

Wie lange dauert eine Badezimmer-Renovierung?

Eine typische Badezimmer-Renovierung dauert zwischen 4 und 8 Wochen. Die Vorbereitung (Planung, Bestellung, Genehmigungen) nimmt 2-4 Wochen ein. Der tatsächliche Umbau dauert 3-6 Wochen, je nach Umfang. Wenn nur Fliesen und Sanitär erneuert werden, geht es schneller. Wenn Rohre verlegt oder Wände verschoben werden, dauert es länger. Ein kompletter Neubau mit neuer Lage kann bis zu 12 Wochen dauern.

Kann man ein Badezimmer ohne Fenster sanieren?

Ja, aber nur mit einer mechanischen Lüftungsanlage. Ein Fenster allein reicht nicht, um Feuchtigkeit abzuführen. Ohne Lüftung entsteht Schimmel - und das ist nicht nur unschön, sondern auch gesundheitsschädlich. Eine Abluftanlage mit Feuchtigkeitssensor und Wärmerückgewinnung ist die beste Lösung. Sie sorgt für trockene Wände und reduziert die Heizkosten.

Welche Fliese ist am besten für den Badezimmerboden?

Für den Boden eignen sich Fliesen mit R11 oder R12-Rutschhemmung. Diese Klassen sind speziell für nasse Bereiche zertifiziert. Großformatige Fliesen (z. B. 60x60 cm) reduzieren die Anzahl der Fugen und sind leichter zu reinigen. Vermeide glänzende Oberflächen - sie werden rutschig. Matte, strukturierte Oberflächen sind sicherer. Auch Keramik mit recycelten Inhaltsstoffen ist eine nachhaltige Wahl.

Sollte man ein Badezimmer barrierefrei planen?

Ja - auch wenn du jetzt jung bist. Eine barrierefreie Dusche mit Eintrittshöhe von null, ein Haltegriff an der Wand und ein Sitzplatz kosten im Neubau nur 5-10 % mehr. Nachträglich kostet es bis zu 5000 Euro. Ein barrierefreies Bad ist nicht nur für ältere Menschen wichtig, sondern auch für Eltern mit Kinderwagen, Personen mit Verletzungen oder temporären Einschränkungen. Es erhöht den Wert deines Hauses und macht das Bad für alle nutzbar.

Wie viel Budget sollte man für ein Badezimmer einplanen?

Ein durchschnittliches Badezimmer kostet zwischen 10.000 und 25.000 Euro. Ein Grundbudget von 15.000 Euro ist realistisch für eine gute, aber nicht luxuriöse Sanierung. Davon sollten 70 % für Sanitär, Rohre und Elektrik ausgegeben werden, 20 % für Fliesen und Boden, 10 % für Möbel und Accessoires. Mindestens 10 % des Budgets als Puffer einplanen - für unvorhergesehene Kosten wie undichte Rohre oder unerwartete Schäden an Wänden.