Wohnzimmer unter Dachschrägen: Stauraum und Beleuchtung optimal nutzen

Wohnzimmer unter Dachschrägen: Stauraum und Beleuchtung optimal nutzen
Thomas Hofstätter 4 Jan 2026 0 Kommentare Wohnen

Ein Wohnzimmer unter Dachschrägen fühlt sich an wie ein verstecktes Nest - gemütlich, einzigartig und voller Charakter. Doch viele machen den Fehler, es wie ein normales Zimmer zu gestalten. Die Schrägen sind kein Problem, sie sind eine Chance. Wenn du sie richtig nutzt, wird dein Wohnzimmer nicht nur größer wirken, sondern auch mehr Platz bieten und besser beleuchtet sein - ohne teure Umbauten.

Der Kniestock ist dein Freund

Bevor du irgendetwas kaufst, schau dir den Kniestock an. Das ist der senkrechte Wandabschnitt zwischen Boden und Dachschräge. Mindestens 40 bis 80 Zentimeter sollten es sein. Darunter passt ein Lowboard, eine Kommode oder eine Couch mit niedrigem Rücken. Wenn der Kniestock nur 30 Zentimeter hoch ist, wird jede Möbelstück, das du da hinstellst, wie ein Hindernis wirken. Zu niedrig? Dann lies weiter - es gibt Lösungen.

Wenn du mehr Platz brauchst, baue eine Holzwand zwischen Boden und Schräge. Das klingt kompliziert, ist es aber nicht. Mit ein paar Brettern, Dübeln und einer Bohrmaschine kannst du eine Art Mini-Wand ziehen. Darin verbirgst du Kabel, baust Regalbretter ein oder hängst Garderobenstangen auf. So wird die Schräge nicht mehr als Wand wahrgenommen, sondern als tragendes Element. Und plötzlich hast du eine Abstellfläche, die niemand sieht - aber du jeden Tag nutzt.

Möbel an die Schräge anpassen - nicht umgekehrt

Standardmöbel passen selten unter Dachschrägen. Ein Regal mit geraden Regalböden wird an der Schräge zu einem Sackgasse. Stattdessen: maßgeschneidert. Offene Regale mit unterschiedlich langen Böden, die dem Neigungswinkel der Dachschräge folgen, sehen nicht nur gut aus - sie nutzen jede Zentimeter Höhe aus. Die Stützen dafür sind oft gleichseitige Dreiecke, die exakt den Winkel der Schräge haben. Das klingt technisch, aber viele Anbieter wie Schrankwerk liefern das als Bausatz. Du musst nur montieren.

Ein Bücherregal, das an beiden Seiten der Schräge ansetzt, ist ein Klassiker. Nutzer auf Reddit berichten, dass ein solches Regal mit einem 65 cm hohen Kniestock nach sechs Monaten eine Bewertung von 4,7 von 5 Sternen bekam. Warum? Weil es nicht stört. Es verschmilzt mit der Architektur. Es gibt keinen Platzverlust - nur mehr Stauraum.

Vermeide hohe Möbel. Ein hoher Schrank unter einer flachen Schräge führt zu einem Druckgefühl. Flache Sofas, niedrige Tische, luftige Regale - das ist die Devise. Wer mit klaren Linien und wenig Deko arbeitet, macht den Raum leichter. Katrin, Wohnraum-Expertin, sagt es klar: „Je weniger du auf den Boden stellst, desto größer wirkt der Raum.“

Beleuchtung: Tageslicht ist Gold

Ein Wohnzimmer unter dem Dach hat eine große Schwäche: es wird dunkel. Und nicht nur dunkel - es wird kalt im Winter, heiß im Sommer. Die Lösung? Dachfenster. Moderne Modelle lassen bis zu 30% mehr Tageslicht ein als alte. Je größer das Fenster, desto heller der Raum. Aber ein einzelnes Fenster reicht nicht. Die beste Lösung: zwei Fenster, symmetrisch an beiden Seiten der Schräge. So entsteht eine gleichmäßige Ausleuchtung, und im Sommer vermeidest du Hitzestau.

Wenn du kein neues Fenster einbauen kannst, kompensiere mit künstlichem Licht. Versteckte LED-Streifen in der Dachschräge, Leuchten in den Seitenwänden - das funktioniert. Bohre Löcher in die Wand, führe die Kabel durch die Innenseite deiner Schränke oder hinter die Verkleidung. So bleibt die Optik sauber. Für Nachtleuchten: kleine Bodenleuchten oder Wandlampen, die nicht ins Auge stechen. Keine großen Deckenlampen. Die Schräge ist keine Decke - sie ist eine Wand. Und Wände brauchen Licht von der Seite, nicht von oben.

Holzwand unter der Dachschräge mit versteckten Regalen und LED-Beleuchtung, rollbares TV-Lowboard im Vordergrund.

Farben: Optik verändert Raumgefühl

Farbe ist der unsichtbare Raumvergrößerer. Wenn deine Dachschräge niedrig ist - also der Kniestock unter 80 cm - dann verwende helle Farben. Weiß, cremefarben, helles Grau. Die Schräge wird dann optisch zurücktreten. Du hast nicht eine niedrige Decke - du hast eine weite, offene Ecke.

Wenn dein Kniestock höher als 100 cm ist, kannst du die Schräge selbst betonen. Ein sanftes Hellgrau oder ein zartes Blaugrau zieht die Decke optisch etwas nach unten - und macht den Raum nicht mehr so „zusammengedrückt“. Vermeide dunkle Farben. Sie verschlingen Licht und machen den Raum enger. Auch Dekoration: weniger ist mehr. Ein Bild, eine Pflanze, ein Kissen - mehr brauchst du nicht. Die Architektur spricht für sich.

Verkleidung: Sauber, aber nicht kompliziert

Die Dachschräge ist oft aus Holz oder Beton. Wenn du sie verkleidest, wird der Raum wärmer und moderner. OBI empfiehlt einen einfachen 5-Schritte-Prozess: Zuerst schneidest du Gipskartonplatten zurecht - mit einer Stichsäge oder einem Klingenmesser. Dann schneidest du Aussparungen für Rohre und Steckdosen aus. Die Platten legst du aneinander, achtest auf die Kantenformen. Zwischen Wand und Schräge arbeitest du mit Armierungsgewebe, bevor du spachtelst. Und zum Schluss befestigst du alles mit Spezialnägeln oder Schrauben auf Dachlatten.

Das klingt nach Arbeit - und ist es auch. Aber ein erfahrener Heimwerker schafft das in 3 bis 5 Tagen. Die Materialien kosten zwischen 350 und 700 Euro, je nach Größe. Das ist billiger als ein neues Fenster - und macht einen riesigen Unterschied.

Treppenregal entlang der Dachschräge mit symmetrischen Dachfenstern und sanfter Beleuchtung, helle Wände für mehr Raumgefühl.

Stauraum: Nischen sind kein Abfall

Unter der Schräge gibt es oft Ecken, die niemand nutzt. Spezialtreppenregale helfen hier. Sie passen sich dem Winkel an und werden zu Regalen, die auch als Raumtrenner dienen. Stell sie zwischen Wohn- und Essbereich - und schon hast du eine klare Trennung, ohne Mauer. Oder baue ein rollbares TV-Lowboard. So kannst du den Fernseher jederzeit verschieben - und hast mehr Wandfläche für Regale. Die Flexibilität ist der Schlüssel.

Die Zahlen sprechen: Warum das lohnt

37% aller neu gebauten Einfamilienhäuser in Deutschland haben ausbaufähige Dachgeschosse. Und die Nachfrage steigt: Immowelt prognostiziert bis 2025 eine jährliche Steigerung von 4,2%. Warum? Weil Menschen die Atmosphäre lieben. 78% der Nutzer nennen die einzigartige Stimmung als Hauptgrund für ihre Zufriedenheit. Und 65% sagen: „Ich hätte nie gedacht, dass ich so viel Stauraum schaffen kann.“

Wohnungen mit Dachgeschosswohnungen sind in Städten durchschnittlich 8,5% teurer. Kein Wunder. Wer hier richtig plant, bekommt mehr Raum, mehr Licht und mehr Wert - ohne größere Bauarbeiten. Die Deutsche Energieagentur sagt: Mit moderner Dämmung und Dachfenstern sparest du bis zu 25% Energie. Das ist nicht nur gut für die Umwelt - es ist gut für deine Geldbörse.

Was du jetzt tun kannst

1. Messe den Kniestock - mindestens 40 cm? Dann kannst du Möbel stellen. Unter 40 cm? Dann baue eine Holzwand.

2. Verzichte auf hohe Möbel - wähle flache Sofas, Lowboards, luftige Regale.

3. Prüfe deine Beleuchtung - hast du zwei Dachfenster? Wenn nicht, überlege, ob du eines nachrüsten kannst. Künstliches Licht: versteckt, nicht aufdringlich.

4. Farblich klare Entscheidung - helle Wände, wenig Deko, Schräge nicht als Decke behandeln.

5. Stauraum clever nutzen - Treppenregale, versteckte Schränke, rollbares TV-Lowboard.

Ein Wohnzimmer unter Dachschrägen ist kein Kompromiss. Es ist ein Design-Feature. Wer es versteht, hat nicht nur ein Zimmer - er hat eine Ecke, die kein anderes Haus hat.

Wie hoch sollte der Kniestock für ein Wohnzimmer unter Dachschrägen sein?

Der Kniestock sollte mindestens 40 bis 80 Zentimeter hoch sein. Darunter passt ein Lowboard, eine Kommode oder eine Couch mit niedrigem Rücken. Unter 40 cm wird es eng - dann lohnt sich der Bau einer Holzwand, um zusätzlichen Stauraum zu schaffen.

Welche Möbel eignen sich am besten unter Dachschrägen?

Niedrige Möbel mit klaren Linien sind ideal: flache Sofas, Lowboards, offene Regale mit angepassten Böden, rollbare TV-Lowboards. Vermeide hohe Schränke oder breite Kommoden, die die Schräge blockieren. Maßgefertigte Lösungen nutzen die Form der Schräge aus - statt dagegen zu arbeiten.

Wie kann ich die Beleuchtung unter Dachschrägen verbessern?

Nutze große Dachfenster - moderne Modelle lassen bis zu 30% mehr Tageslicht ein. Zwei Fenster an gegenüberliegenden Seiten verhindern Hitzestau. Künstliches Licht: versteckte LED-Streifen in der Schräge, Wandlampen oder Bodenleuchten. Vermeide große Deckenlampen - sie betonen die niedrige Decke und wirken unangenehm.

Sollte ich die Dachschräge verkleiden?

Ja, besonders wenn die Schräge aus Holz oder Beton ist. Gipskartonplatten machen den Raum wärmer und moderner. Der Aufwand ist überschaubar: Zuschneiden, Aussparungen machen, Armierung, Spachteln, Befestigen. Mit etwas handwerklichem Geschick schaffst du das in 3-5 Tagen. Die Kosten liegen zwischen 350 und 700 Euro.

Welche Farben sind am besten für Wohnzimmer unter Dachschrägen?

Bei niedrigen Schrägen (Kniestock unter 80 cm) verwende helle Farben wie Weiß, Creme oder helles Grau - sie lassen die Decke optisch verschwinden. Bei höheren Kniestöcken (über 100 cm) kannst du die Schräge selbst mit einem sanften Pastellton betonen, um das Raumgefühl zu balancieren. Dunkle Farben vermeiden - sie machen den Raum kleiner.

Wie kann ich Nischen unter der Dachschräge nutzen?

Spezialtreppenregale passen sich dem Winkel an und dienen als Regal oder Raumtrenner. Du kannst auch Holzwände bauen, um versteckte Abstellflächen oder Mini-Kleiderschränke zu schaffen. Rollbares Mobiliar wie ein TV-Lowboard gibt Flexibilität und freihält Wandflächen für Stauraum.