Mietpreisentwicklung 2025: Prognosen für Wohnimmobilien in Deutschland

Mietpreisentwicklung 2025: Prognosen für Wohnimmobilien in Deutschland
Gerhard Schaden 21 Feb 2026 0 Kommentare Wohnen

Im Jahr 2025 zahlt ein Durchschnittsmieter in Deutschland fast 11,40 Euro pro Quadratmeter Kaltmiete - das sind über 4 Prozent mehr als noch vor einem Jahr. Für eine typische 69 Quadratmeter große Wohnung bedeutet das eine monatliche Miete von knapp 787 Euro. Diese Zahlen sind kein Zufall, sondern das Ergebnis eines jahrelangen Ungleichgewichts zwischen Angebot und Nachfrage. Der Wohnungsmarkt in Deutschland steht unter massivem Druck, und 2025 wird zeigen, ob die bestehenden Schutzmechanismen noch halten.

Warum steigen die Mieten so stark?

Die Ursache ist einfach: Zu wenig Wohnraum. Im Jahr 2024 wurden nur 260.000 neue Wohnungen fertiggestellt - dabei braucht das Land mindestens 400.000 Einheiten pro Jahr, um den Bedarf zu decken. Für 2025 wird sogar nur mit 230.000 Neubauten gerechnet. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) sagt klar: Die Bautätigkeit ist auf einem historischen Tiefstand. Gleichzeitig wächst die Bevölkerung in den großen Städten weiter, vor allem in Berlin, München, Frankfurt und Leipzig. Wer dort wohnen will, hat kaum noch Auswahl.

Die Folge: Die Preise schießen nach oben. Besonders deutlich wird das im Vergleich zwischen Bestandswohnungen und Neubauten. Im ersten Halbjahr 2025 stiegen die Mieten in Bestandsimmobilien um 4 Prozent, in Neubauten sogar um 7 Prozent. Das liegt daran, dass neue Wohnungen oft in den gehobenen Segmenten entstehen - mit hochwertiger Ausstattung, Energieeffizienz und modernen Grundrissen. Doch diese Wohnungen sind teuer. Und sie verdrängen den günstigeren Wohnraum. Viele Mieter, die früher in einer 70-m²-Wohnung in Berlin-Neukölln 850 Euro zahlten, zahlen heute 1.020 Euro. Eine Steigerung von 20 Prozent in nur zwei Jahren.

Wo ist es am teuersten?

München bleibt die teuerste Stadt Deutschlands. Hier kostet ein Quadratmeter im Durchschnitt 22,08 Euro - und in Stadtteilen wie Schwabing liegt der Preis schon bei über 24 Euro. In Berlin sind die Mieten seit 2015 um 87 Prozent gestiegen. Frankfurt hat im ersten Halbjahr 2025 mit 6 Prozent die höchste jährliche Steigerung aller Großstädte. Selbst kleinere Städte wie Essen oder Dortmund zeigen Mietanstiege von über 8 Prozent. Der Trend ist klar: Es gibt keine Region mehr, die verschont bleibt.

Die Preise für Häuser liegen mit 11,58 Euro pro Quadratmeter leicht unter denen von Wohnungen (12,56 Euro). Doch das ist kein Grund zur Entwarnung. Denn während die Kaufpreise in einigen Städten wie München sogar leicht zurückgegangen sind, steigen die Mieten weiter. Das zeigt: Die Menschen kaufen nicht mehr - sie mieten. Und das treibt die Preise noch weiter.

Was passiert mit der Mietpreisbremse?

Die Mietpreisbremse war jahrelang das wichtigste Instrument, um Mieter vor übermäßigen Anhebungen zu schützen. Sie galt in 315 Kommunen und verbot, Mieten über den örtlichen Vergleichswert zu erhöhen. Doch Ende 2025 läuft sie in vielen Regionen aus. Experten warnen: Ohne diese Schutzschranke könnte die Mietsteigerung 2026 sogar bis zu 8 Prozent erreichen. Das ist kein hypothetisches Szenario - es ist bereits in der Planung.

Was bedeutet das für Mieter? Sie müssen jetzt noch sorgfältiger prüfen, ob eine Mieterhöhung rechtlich zulässig ist. Der örtliche Mietspiegel ist der entscheidende Maßstab. In München ist er 2025 mit 22,08 Euro pro Quadratmeter aktualisiert worden. In Berlin liegt er bei 14,20 Euro. Wer diese Zahlen nicht kennt, zahlt leicht zu viel. Der Deutsche Mieterbund bietet kostenlose Online-Tools an, mit denen Mieter ihre Miete überprüfen können. Laut einer Studie nutzen 75 Prozent dieser Service - und fast jede zweite formelle Einwandschaft führt zu einer Reduzierung der geforderten Miete.

Gegensatz: Luxuswohnhaus in München mit hohen Mieten links, verfallene Mietskasernen rechts, Symbol für ablaufende Mietpreisbremse im Hintergrund.

Die Mieten werden für immer mehr Menschen unerschwinglich

Ein Haushalt mit einem Nettoeinkommen von unter 2.500 Euro im Monat hat 2020 noch 28 Prozent seines Einkommens für Miete ausgegeben. 2025 werden es nach Prognosen des Statistischen Bundesamts bereits 35 Prozent sein. Das ist ein Problem - nicht nur für Einzelpersonen, sondern für die gesamte Gesellschaft. Wer jeden Monat mehr als ein Drittel seines Einkommens für die Wohnung zahlt, hat kaum noch Geld für andere Lebensbereiche: Bildung, Freizeit, Gesundheit, Reisen.

Die Zufriedenheit mit der Wohnsituation ist deshalb dramatisch gesunken. Auf Plattformen wie Wohnen.de lag die Bewertung 2020 noch bei 3,8 von 5 Sternen. 2025 ist sie auf 2,9 abgestürzt. Besonders unzufrieden sind die 25- bis 34-Jährigen - die Gruppe, die am häufigsten mietet. Ihre Hauptbeschwerden: undurchsichtige Nebenkostenabrechnungen und langsame Reparaturen. 68 Prozent der Mieter klagen über unklare Nebenkosten. 57 Prozent sind frustriert, weil Reparaturen monatelang auf sich warten lassen.

Wer profitiert von der Entwicklung?

Die großen Wohnungsunternehmen profitieren. Vonovia, LEG, Deutsche Wohnen, Howoge und Grand City Properties kontrollieren jetzt schon 12,7 Prozent des gesamten Wohnungsbestands in Deutschland - das sind über drei Millionen Wohnungen. Diese Konzerne haben 2025 Mietsteigerungen von 4 bis 5 Prozent angekündigt. Sie haben die Mittel, um Sanierungen voranzutreiben, Energieeffizienz zu verbessern und neue Gebäude zu bauen. Doch sie bauen nicht für die breite Masse. Sie bauen für den Markt, der bezahlen kann.

Parallel dazu steigen die Investitionen von institutionellen Fonds. 68 Prozent der befragten Immobilienfonds wollen 2025 mehr Geld in deutsche Wohnungen investieren. Das klingt gut für den Markt - doch es bedeutet auch, dass die Wohnung immer mehr zu einem Finanzprodukt wird, nicht zu einem menschlichen Grundbedürfnis. Die Folge: Die Preise werden weiter steigen, weil die Investoren nicht auf soziale Belange achten, sondern auf Rendite.

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Was bleibt den Mieter*innen?

Die Situation ist angespannt. Doch es gibt Wege, sich zu schützen:

  • Prüfe jede Mieterhöhung mit dem aktuellen Mietspiegel deiner Stadt. Nutze die kostenlosen Tools des Deutschen Mieterbunds.
  • Widersprich rechtzeitig. Fast jede zweite formelle Einwandschaft führt zu einer Reduzierung.
  • Informiere dich über Nebenkosten. Viele Abrechnungen sind fehlerhaft - und du hast das Recht, sie anzufechten.
  • Verstehe deine Rechte. Vermieter dürfen Mieten nicht beliebig erhöhen - auch wenn die Mietpreisbremse ausläuft.
  • Verbinde dich mit anderen. In Facebook-Gruppen oder Mieterforen tauschen sich Menschen aus, wie sie gemeinsam Druck ausüben können.

Die Politik diskutiert über eine Verlängerung der Mietpreisbremse und eine Modernisierungspauschale von maximal 8 Prozent pro Jahr. Doch bislang gibt es keine klare Lösung. Die Förderung von Sozialwohnungen wurde 2025 auf 1,8 Milliarden Euro erhöht - das klingt viel. Aber es reicht für nur 150.000 neue Einheiten pro Jahr. Der Bedarf liegt bei 400.000.

Was kommt nach 2025?

Wenn nichts grundlegend geändert wird, wird die Miete 2030 bei durchschnittlich 14,20 Euro pro Quadratmeter liegen. Das wäre eine Steigerung von über 24 Prozent seit 2024. Das ist nicht nur eine Zahl. Das ist ein soziales Problem. Menschen werden gezwungen, in weiter entfernte Stadtteile zu ziehen, ihre Kinder in andere Schulen zu schicken, ihre Freunde zu verlieren. Die Stadt verliert ihre Vielfalt.

Es ist kein Geheimnis: Wer in Deutschland wohnen will, muss heute mehr zahlen als je zuvor. Und es wird noch teurer werden. Die Frage ist nicht mehr, ob die Mieten steigen - sondern wie lange wir noch zulassen, dass sie für immer mehr Menschen unerschwinglich werden.