Warum Bodenlegen in Eigenregie sinnvoll ist
Ein neuer Boden verändert eine Wohnung mehr als jede neue Wandfarbe. Doch wer die Kosten für einen Profi vermeiden will, der steht vor einer wichtigen Frage: Welcher Boden lässt sich wirklich selbst verlegen? Die Antwort ist nicht einfach: Laminat, Vinyl und Parkett sind zwar alle „DIY-freundlich“, aber nicht gleich gut geeignet. Wer hier falsch entscheidet, riskiert nicht nur Zeit und Nerven, sondern auch Geld - denn eine schlecht verlegte Fläche muss oft teuer nachgebessert werden.
Die meisten Heimwerker sparen zwischen 750 und 1.250 Euro, wenn sie eine 50 Quadratmeter große Wohnung selbst auslegen. Das ist ein riesiger Betrag. Doch der echte Vorteil liegt nicht nur im Geld. Es ist die Befriedigung, etwas selbst geschafft zu haben - besonders wenn der Boden nach Wochen oder Monaten immer noch perfekt liegt.
Laminat: Der Klassiker mit Fallstricken
Laminat ist seit den 2000er Jahren der beliebteste DIY-Boden in Deutschland. Warum? Weil es einfach zu verlegen ist, billig ist und wie Holz aussieht. Aber das ist nur die halbe Wahrheit.
Ein typischer Laminatboden besteht aus einer HDF-Platte (High-Density Fiberboard), die mit einer dekorativen Folie und einer harten Melaminharz-Schicht beschichtet ist. Die Dicke liegt zwischen 6 und 12 Millimetern. Die meisten Produkte heute haben ein Klick-System, das ohne Kleber funktioniert. Das macht es einfach - aber auch gefährlich.
Der größte Fehler? Der Untergrund. Laminat braucht einen absolut ebenen Boden. Selbst 2 Millimeter Unebenheit auf zwei Metern Länge können später zu Knarren, Wölbungen oder sogar Rissen führen. Viele Heimwerker unterschätzen das. Sie glauben, eine Unterlagsfolie macht alles gut. Doch die Folie dient nur als Trittschalldämmung und Feuchtigkeitssperre. Sie gleicht keine Unebenheiten aus.
Wenn du Laminat verlegst, musst du vorher den Boden messen. Ein Wasserwaagenlaser (ab 80 Euro) ist kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit. Wenn du keinen hast, kaufe dir eine lange Wasserwaage und arbeite in Abschnitten von zwei Metern. Jeder Zentimeter zu viel Unebenheit wird später sichtbar.
Auch die Dehnungsfuge ist wichtig. An allen Wänden und festen Bauteilen (z. B. Heizkörpern, Küchenschränken) musst du mindestens 10 bis 15 Millimeter Spiel lassen. Das ist kein „ein bisschen Luft“, das ist eine technische Vorgabe. Wer das ignoriert, bekommt nach ein paar Monaten aufgequollene Planken - besonders in der Küche, wo Feuchtigkeit und Temperaturschwankungen herrschen.
Ein weiterer Punkt: Wasser. Laminat ist nicht wasserdicht. Selbst Produkte mit „Hydroshield“-Technologie, die bis zu 72 Stunden Wasser aushalten, sind keine Bad-Böden. Bei längerer Feuchtigkeit quillt die HDF-Platte auf. Das ist nicht zu reparieren. Nur neu verlegen.
Vinyl: Der neue Star der DIY-Welt
Vinyl ist der schnellste Aufsteiger im DIY-Bodenmarkt. 2020 lag sein Anteil bei 28 Prozent, 2024 schon bei 35 Prozent. Warum? Weil es besser geworden ist. Heute gibt es Rigid-Vinyl mit SPC-Träger (Stone Polymer Composite). Das ist eine Mischung aus Steinmehl, PVC und Stabilisatoren - extrem stabil, wasserfest und klickbar.
Ein SPC-Vinylboden ist 5 bis 8 Millimeter dick. Er ist härter als Laminat, aber elastischer als Parkett. Und er hält Wasser aus - ohne zu quellen. Testergebnisse zeigen, dass hochwertige SPC-Vinylböden bis zu 72 Stunden unter Wasser stehen können, ohne Schaden zu nehmen. Das macht sie ideal für Küche, Bad oder Waschküche.
Die Verlegung ist einfacher als bei Laminat. Die Planken sind oft mit einem „Drop & Lock“-System ausgestattet, das sich mit einem leichten Schlag einrastet. Du brauchst keine Säge, keine Spezialwerkzeuge. Ein Cutter-Messer reicht zum Schneiden. Die Toleranz ist größer: ±1 Millimeter statt ±0,5 Millimeter wie bei Laminat.
Aber es gibt einen Haken: Der Untergrund. Vinyl ist noch empfindlicher als Laminat. Schon ein Millimeter Unebenheit kann zu sichtbaren Wellen führen. Die Planken sind steif - sie biegen sich nicht. Sie brechen. Deshalb: Untergrund prüfen, abtragen, ausgleichen. Keine Kompromisse.
Ein weiterer Vorteil: Vinyl ist wärmeleitend. Bei Fußbodenheizung ist es ideal. Es leitet die Wärme schneller als Parkett und besser als Laminat. Und es ist leiser als Laminat - mit 12 bis 18 Dezibel Trittschalldämpfung. Laminat schafft nur 8 bis 12 Dezibel. Das merkst du, wenn du barfuß durch die Wohnung gehst.
Ein Nachteil: Recycling. Nur 15 Prozent des Vinyls werden heute wiederverwertet. Die restlichen 85 Prozent landen als Sondermüll. Das kostet 15 bis 25 Euro pro Kubikmeter. Laminat und Parkett kannst du in die Holztonne geben - für 5 bis 10 Euro.
Parkett: Die Premium-Option - aber nur für Geduldige
Parkett ist kein Boden. Parkett ist ein Naturprodukt. Es besteht aus echtem Holz - Massivholz oder Fertigparkett. Massivparkett ist 14 bis 22 Millimeter dick und muss vollflächig verklebt werden. Das ist kein DIY-Projekt. Das braucht Erfahrung, Kleber, Pressen, Zeit. Wer das selbst versucht, macht es falsch.
Fertigparkett hingegen ist anders. Es hat eine 3 bis 6 Millimeter dicke Holzauflage auf einer HDF- oder Multiplex-Unterlage. Die Dicke liegt bei 10 bis 15 Millimetern. Und viele Modelle haben heute ein Klick-System. Das macht es möglich - aber nicht einfach.
Der größte Unterschied zu Laminat und Vinyl: Parkett muss präzise verlegt werden. Die Planken passen nicht einfach rein. Sie müssen exakt ausgerichtet sein. Die letzte Reihe? Die ist immer das Problem. Viele Heimwerker schneiden sie fünfmal zu, bis der Spalt unter einem Millimeter ist. Das ist kein Fehler, das ist Normalität.
Die Dehnungsfuge muss bei Parkett 12 bis 18 Millimeter betragen - mehr als bei den anderen. Warum? Holz atmet. Es dehnt sich bei Feuchtigkeit aus, zieht sich bei Trockenheit zusammen. Wer das ignoriert, bekommt nach einem Jahr Risse oder aufgequollene Kanten.
Parkett ist auch der langlebigste Boden. Bei richtiger Pflege hält er 20 bis 50 Jahre. Und er kann 3 bis 5-mal abgeschliffen werden. Laminat und Vinyl nicht. Das macht ihn zur nachhaltigsten Wahl. Die Ökobilanz der TU Darmstadt zeigt: Parkett hat 40 Prozent geringeren CO2-Fußabdruck als Vinyl.
Aber: Es ist teuer. Fertigparkett kostet 25 bis 60 Euro pro Quadratmeter. Die Verlegezeit? 2,5 bis 4 Stunden pro 10 Quadratmeter. Das ist doppelt so lange wie bei Vinyl. Und die Erfolgsquote? Nur 42 Prozent der DIY-Parkett-Projekte laufen ohne Nachbesserung. Bei Vinyl sind es 78 Prozent.
Die Entscheidung: Was passt zu dir?
Es gibt keine beste Wahl. Nur die beste Wahl für dich.
- Wenn du Wasserbeständigkeit brauchst - Küche, Bad, Waschküche: Vinyl. Es ist der einzige Boden, der hier wirklich hält.
- Wenn du Leichtigkeit und Preis willst - Wohnzimmer, Schlafzimmer, Flur: Laminat. Es ist schnell, günstig und sieht gut aus. Aber nur, wenn der Untergrund perfekt ist.
- Wenn du Langlebigkeit und Wert suchst - und Zeit und Geduld hast: Fertigparkett. Es ist die teuerste, aber auch die wertbeständigste Lösung.
Massivparkett? Vergiss es. Das ist ein Job für einen Profi. Kein Anfänger sollte das anfassen.
Was du brauchst - Werkzeug und Hilfsmittel
Kein Boden lässt sich ohne Werkzeug verlegen. Aber du brauchst nicht alles auf einmal.
- Wasserwaagenlaser (ab 80 Euro): Unverzichtbar. Er zeigt dir, ob der Boden wirklich eben ist.
- Kreissäge oder Stichsäge (für Laminat und Parkett): Mit einer Säge schneidest du die ersten und letzten Planken. Die Toleranz muss unter 0,5 Millimeter liegen.
- Cutter-Messer (für Vinyl): Einfach, präzise, billig. Ein neues Messer für jede neue Reihe.
- Dehnungsfugenkeile (5 Euro): Kleine Kunststoffkeile, die du zwischen Wand und Boden legst. Sie halten den Spalt gleichmäßig. Ohne sie wird’s schief.
- Trittschalldämmung (1,50 bis 3 Euro pro Quadratmeter): Muss bei schwimmender Verlegung unter jedem Boden. Laminat, Vinyl, Parkett - alle brauchen sie.
Ein Tipp: Akklimatisiere Vinyl mindestens 48 Stunden im Raum, bevor du verlegst. Sonst verzieht es sich später. Laminat und Parkett auch - aber weniger kritisch.
Die häufigsten Fehler - und wie du sie vermeidest
Die meisten DIY-Projekte scheitern nicht am Material. Sie scheitern am Vorbereiten.
- 28 % der Probleme: Zu kleine Dehnungsfugen. Lösung: Immer 10-18 mm lassen - je nach Material.
- 25 % der Probleme: Unebenes Untergrund. Lösung: Messen, abtragen, ausgleichen. Keine Ausreden.
- 19 % der Probleme: Die erste Reihe ist schief. Lösung: Verlege die erste Reihe mit einem Laser oder einer langen Wasserwaage. Alles andere baut sich darauf auf.
- 12 % der Probleme: Keine Unterlagsfolie. Lösung: Immer verwenden. Auch wenn der Boden „trocken“ wirkt.
Wenn du diese vier Fehler vermeidest, hast du 84 Prozent der Probleme ausgeschlossen.
Was kommt als Nächstes?
Der Markt verändert sich schnell. SPC-Vinyl wird immer beliebter. Laminat-Hersteller arbeiten an besseren Wasserschutzsystemen. Parkett wird mit ultra-präzisen Klick-Systemen wie „Silent-System“ von Haro immer einfacher zu verlegen.
Aber der Trend bleibt: Wer heute einen Boden verlegt, will etwas, das hält. Nicht nur optisch, sondern auch ökologisch. Vinyl ist praktisch, aber nicht nachhaltig. Parkett ist nachhaltig, aber anspruchsvoll. Laminat ist der Mittelweg - und für viele der beste Kompromiss.
Wenn du dich entscheidest: Beginne klein. Verlege zuerst ein Zimmer. Lerne mit einem Raum. Mach Fehler dort - nicht in der ganzen Wohnung.
Und vergiss nicht: Ein gut verlegter Boden ist ein Lebenswerk. Er hält länger als viele Möbel. Mach ihn richtig - dann wirst du ihn nie bereuen.
Kann ich Laminat im Bad verlegen?
Nein, nicht empfohlen. Selbst Laminat mit Hydroshield-Technologie ist nicht für Dauernässe geeignet. Wasserspritzer sind okay - aber stehendes Wasser oder hohe Luftfeuchtigkeit führen nach einigen Monaten zu Quellstellen. Für das Bad ist Klick-Vinyl die bessere Wahl.
Wie lange dauert das Verlegen eines Zimmers?
Bei 15 Quadratmetern: Vinyl braucht 2-3 Stunden, Laminat 3-5 Stunden, Fertigparkett 5-8 Stunden. Das ist die reine Verlegezeit - ohne Untergrundvorbereitung. Die Vorbereitung kann genauso lange dauern wie das Verlegen selbst.
Brauche ich eine Unterlagsfolie unter Vinyl?
Ja. Selbst wenn der Boden glatt erscheint, braucht Vinyl eine Trittschalldämmung. Sie reduziert den Schall, schützt vor Feuchtigkeit und verhindert, dass Unebenheiten durchschlagen. Die Folie sollte mindestens 2 mm dick sein.
Ist Fertigparkett wirklich so schwer zu verlegen?
Es ist nicht unmöglich, aber anspruchsvoller als Laminat oder Vinyl. Die Planken sind dicker, die Klick-Systeme präziser, und der Untergrund muss absolut eben sein. Die letzte Reihe ist oft das größte Problem. Wer keine Erfahrung mit Holz hat, sollte sich an Laminat oder Vinyl versuchen.
Wie erkenne ich ein gutes Vinyl?
Schau auf die Dicke der Nutzschicht (Verschleißschicht): Mindestens 0,3 mm für Wohnräume, 0,5 mm für stark beanspruchte Bereiche. Achte auf die CE-Kennzeichnung und die VOC-Emissionen - sie müssen unter 0,1 mg/m³ liegen. Und bevorzuge SPC-Vinyl (Stone Polymer Composite) - es ist stabiler und wärmeleitender als WPC.
Was kostet es, wenn ich alles falsch mache?
Wenn du nur ein paar Planken falsch verlegst, kostet der Ersatz 150-300 Euro. Wenn der ganze Boden schief ist und du einen Profi brauchst, um ihn zu retten, liegen die Kosten bei 200-500 Euro pro Zimmer - und das ist oft teurer als die ursprüngliche professionelle Verlegung. Vorbereitung spart Geld.
Matthias Baumgartner
Januar 1, 2026 AT 17:33Vinyl ist der einzige Boden, der in der Küche wirklich hält. Laminat? Vergiss es. Ich hab’s probiert – nach 8 Monaten war die Küche ein Schwamm.
Hans Martin Kern
Januar 2, 2026 AT 20:18Ich hab’s letztes Jahr mit Vinyl gemacht – total easy! 😊 Untergrund war ein bisschen krumm, aber mit einer guten Unterlagsfolie (2mm!) war’s kein Problem. Jetzt sieht’s aus wie ein Designerboden, und ich hab 900€ gespart. 👌
Daisy Croes
Januar 4, 2026 AT 06:36YESSS! Endlich jemand, der Vinyl nicht als "Billig-Boden" abtut! 🙌 Ich hab’s in Bad und Küche verlegt – und ja, es fühlt sich warm an, ist leise, und ich kann meinen Kater einfach durch die Wohnung rennen lassen, ohne dass er wie ein Klavier spielt. Wer sagt, dass DIY nicht stylish sein kann? 💪✨
Christian Rathje
Januar 4, 2026 AT 16:26Ich hab vor 3 Jahren Laminat verlegt – und ich bereue es nicht. Aber nur, weil ich den Boden mit einem Laserlaser genau ausgemessen hab. Wer das nicht macht, kauft sich nur Ärger. Die Unterlagsfolie ist auch kein Luxus, sondern Pflicht. Und nein, die billigste von Aldi reicht nicht. Ich hab 3 Euro pro Quadratmeter genommen – und es hat sich gelohnt.
Die Dehnungsfuge? Nie unterschätzen. Ich hab mal 8 mm gemacht – und nach 6 Monaten hat’s angefangen zu knarren. Jetzt hab ich 15 mm. Still wie ein Friedhof.
Lukas Santos
Januar 6, 2026 AT 05:52Ich hab Fertigparkett verlegt – und ja, es war eine Herausforderung. Aber wenn du Geduld hast, ist es das wert. Die letzte Reihe? Hab ich 7 Mal geschnitten. 😅 Aber jetzt, wenn ich barfuß durchs Wohnzimmer laufe… das ist wie auf einem Waldpfad. Und der Boden sieht nach 3 Jahren noch aus wie neu. Kein Vergleich zu Laminat.
Tipp: Akklimatisieren! 72 Stunden im Raum lassen. Sonst verzieht sich das Holz wie ein falscher Zahn.
Clio Finnegan
Januar 7, 2026 AT 00:32Es ist nicht der Boden, der uns verändert. Es ist die Arbeit, die wir in ihn investieren. Ein Boden ist ein Spiegel der Seele – und wer ihn nur flüchtig verlegt, wird bald spüren, wie leer seine Wohnung wirklich ist.
Schaeffer Allyn
Januar 8, 2026 AT 14:28Ich hab Laminat verlegt… und dann den ganzen Boden wieder rausgerissen. Warum? Weil ich gemerkt hab: Ich hab keine Lust, jeden Tag auf meinen Fehler zu schauen. Ich hab jetzt Teppich. Einfach. Warm. Kein Knarren. Kein Stress. Wer will schon einen Boden, der einen an seine Unfähigkeit erinnert?
Und Vinyl? Das ist Plastik. Mit 15 Euro pro Quadratmeter. Ist das nachhaltig? Nein. Aber ich hab keine Lust, Philosophie zu machen. Ich will nur, dass’s nicht knarrt.
Max Mustermann
Januar 8, 2026 AT 16:58Wusstet ihr, dass Vinyl von den großen Herstellern entwickelt wurde, um Heimwerker zu verarschen? 😏 Die Firma, die das SPC-Vinyl patentiert hat, gehört einem Konzern, der auch die Bodenbeläge für die Bundeswehr produziert. Sie wollen, dass wir glauben, das ist "DIY-freundlich" – aber es ist eine Kontrollstrategie. Die Dehnungsfugen? Die sind da, damit du nicht merkst, dass der Boden sich bewegt. Sie wollen, dass du dich selbst verlegst – und sie verdienen mit jedem Quadratmeter. 🕵️♂️
Nick Weymiens
Januar 10, 2026 AT 04:19Die Tatsache, dass jemand Laminat als "günstig" bezeichnet, offenbart eine tiefere Krise der Wertesetzung in der deutschen Mittelschicht. Ein Boden ist kein Konsumgut – er ist eine metaphysische Entscheidung. Wer Vinyl wählt, wählt die Flucht vor der Natur. Wer Parkett wählt, wählt das Ewige. Wer Laminat wählt? Der wählt die Illusion der Wahl.
Désirée Schabl
Januar 10, 2026 AT 09:56Ich finde es schockierend, dass hier überhaupt über Vinyl als "DIY-freundlich" gesprochen wird. Das ist eine chemische Waffe, die in unseren Wohnungen verbreitet wird. Die VOC-Emissionen? Unakzeptabel. Und wer behauptet, das sei "sicher"? Wer hat das geprüft? Nicht die Behörden. Nicht die Verbraucherzentrale. Nur die Marketingabteilungen. Ich verlege nur Massivholz – oder gar keinen Boden. Ein leerer Raum ist sauberer als ein Vinylboden.
Günter Scheib
Januar 11, 2026 AT 04:34Einige Punkte in diesem Artikel sind korrekt, aber die Darstellung von Laminat ist unvollständig. Die HDF-Platte ist nicht nur anfällig für Feuchtigkeit – sie ist auch ein signifikanter Quellfaktor bei Temperaturschwankungen. Zudem wird die Trittschalldämmung oft falsch dimensioniert. Empfehlenswert ist eine Dämmung mit mindestens 3 mm Dicke und einer Dichte von 120 kg/m³. Die Angabe von 1,50 Euro pro Quadratmeter ist irreführend – das entspricht einer minderwertigen Polyethylenfolie, die keine akustische Wirkung entfaltet.
Ein weiterer kritischer Punkt: Die Aussage, dass Vinyl wärmeleitender sei als Parkett, ist irreführend. Parkett hat eine höhere Wärmeleitfähigkeit als Vinyl, jedoch aufgrund seiner Struktur eine geringere Wärmespeicherung. Bei Fußbodenheizung ist dies entscheidend. Die genannten Dezibelwerte sind ebenfalls nicht standardisiert – es gibt keine einheitliche Messmethode für Trittschall bei diesen Materialien.
Ich empfehle, bei der Auswahl immer die ISO 140-8 und ISO 10140-3 Normen zu prüfen. Und bitte: Vermeiden Sie die Verwendung von "Hydroshield" als Marketingbegriff. Es ist kein technischer Begriff, sondern ein Markenname. Das Material bleibt Laminat – und bleibt wassersensibel.
Edvard Ek
Januar 11, 2026 AT 14:45Als Norweger mit Erfahrung in nachhaltigem Bauen muss ich sagen: Die Ökobilanz von Parkett ist in der Tat überzeugend – aber nur, wenn das Holz aus FSC-zertifizierten Wäldern stammt. In Deutschland wird oft vergessen, dass die Transportwege einen großen Teil des CO2-Fußabdrucks ausmachen. Ein Parkettboden aus Kanada hat einen höheren Fußabdruck als ein SPC-Vinyl aus der Nähe. Die TU Darmstadt-Studie erwähnt das nicht. Es ist nicht nur das Material, sondern die Logistik.
Und was ist mit Recycling? SPC-Vinyl ist zwar schwer zu recyceln, aber es ist 100 % wiederverwendbar in industriellen Kreisläufen. In Norwegen werden alte Vinylböden in Straßenbeläge umgewandelt. In Deutschland? Kein System. Das ist ein politisches Problem, kein technisches.
Ich würde den Artikel ergänzen mit: Prüfen Sie die Herkunft. Prüfen Sie die Transportwege. Prüfen Sie die lokale Entsorgung. Dann entscheiden Sie – nicht der Hersteller.
georg hsieh
Januar 12, 2026 AT 17:47Ich hab als Chinesen in Berlin vor 5 Jahren meinen Boden verlegt – und ich kann sagen: Die deutsche DIY-Kultur ist beeindruckend. Aber es gibt eine kulturelle Nuance, die hier fehlt: In Asien verlegen wir nicht nur einen Boden – wir verlegen eine Geschichte. Jede Plank ist ein Teil der Familie. Wir messen mit dem Auge, nicht nur mit dem Laser. Wir lassen mehr Spiel, weil wir wissen: Holz atmet. Wasser ist kein Feind – es ist ein Partner.
Ich hab Fertigparkett verlegt – mit einem Klick-System, das aus Korea kam. Aber ich hab die Dehnungsfuge auf 20 mm erhöht. Warum? Weil in Berlin die Heizung im Winter bis zu 25°C läuft. Holz zieht sich zusammen. Und wenn es zu eng ist? Dann bricht es. Nicht der Boden. Der Mensch.
Ich hab keine Angst vor Fehlern. Ich hab Angst vor Schnelllebigkeit. Ein Boden ist kein Produkt. Er ist ein Ort, an dem du deine Füße ablegst. Mach ihn richtig. Nicht perfekt. Nicht schnell. Einfach richtig.
Erika Van Elst
Januar 13, 2026 AT 08:39Ich hab Vinyl verlegt – und es war das beste DIY-Projekt meines Lebens. Ich war so stolz, dass ich meine Mutter zum ersten Mal seit 10 Jahren eingeladen hab. Sie hat gesagt: "Das sieht aus wie echtes Holz!" – und ich hab geweint. 😭
Und ja, der Untergrund war krumm. Aber ich hab den Boden abgeschliffen, mit Spachtelmasse ausgeglichen, und dann die Folie gelegt. Es hat 3 Tage gedauert. Aber jetzt, wenn ich abends mit einem Glas Wein auf dem Boden sitze… das ist mein Moment. Ich hab das geschafft. Und das zählt mehr als jeder Euro.
Riplex Wichmann
Januar 14, 2026 AT 10:00Wer Vinyl verlegt, verlegt den Untergang der deutschen Baukultur. Das ist kein Boden – das ist amerikanischer Konsum. In Deutschland haben wir Holz. Echtes Holz. Aus unseren Wäldern. Nicht aus chinesischen Fabriken, die PVC mit Steinmehl mischen. Wer das nimmt, hat kein Gefühl für Tradition. Wer Laminat nimmt, hat keine Ahnung. Nur Parkett ist deutsch. Nur Parkett ist wahr. Und wer das nicht versteht, gehört nicht hierher.
christiane testa
Januar 15, 2026 AT 06:38Die Analyse der Trittschalldämmung ist unzureichend. Die ISO 140-8-Klassifikation für Laminat liegt bei STC 58–62, während SPC-Vinyl mit STC 65–69 punktet. Die genannten Dezibelwerte sind nicht standardisiert und irreführend. Zudem wird die Rolle der Unterlagsfolie in Bezug auf akustische Kopplung nicht berücksichtigt – insbesondere bei massiven Betondecken. Die Empfehlung von 2 mm Dicke ist unterhalb des Mindeststandards für Mehrfamilienhäuser (3 mm gemäß DIN 4109).
Die Aussage, dass Laminat "nicht wasserdicht" sei, ist irreführend. Moderne Laminatplatten mit AC5-Beschichtung und WPC-Kern (Wood Plastic Composite) erreichen eine Wasseraufnahme von <1,5 % nach 24h – besser als viele Fertigparkettvarianten. Die Verwendung von "Hydroshield" als Marketingbegriff ist zwar korrekt kritisiert, aber die technische Leistung wird ignoriert.
Die Empfehlung, Vinyl in Bädern zu verwenden, ist riskant. Bei hohen Luftfeuchtigkeiten über 80 % können sich die Fugen mit Schimmel belegen – besonders bei minderwertigen Produkten ohne antibakterielle Beschichtung. Die CE-Kennzeichnung ist kein Garant – sie ist eine Selbstdeklaration. Prüfen Sie die EN 13329-Zertifizierung. Sonst riskieren Sie Gesundheit.
Christoph Schulz
Januar 17, 2026 AT 04:25Hab’s gemacht. Vinyl. 15qm. 3 Tage. Kein Laser. Nur eine Wasserwaage. Und es hält. Kein Knarren. Kein Problem. Ich hab’s nicht perfekt gemacht. Aber es funktioniert. Und das reicht.