Zinsbindung bei Immobilienkrediten: Die beste Laufzeit für 2025

Zinsbindung bei Immobilienkrediten: Die beste Laufzeit für 2025
Gerhard Schaden 17 Jan 2026 0 Kommentare Wirtschaft

Im Jahr 2025 steht fast jeder, der eine Immobilie kauft oder baut, vor derselben Frage: Zinsbindung - und wenn ja, wie lange? Die Antwort entscheidet nicht nur über deine monatliche Rate, sondern darüber, ob du in zehn Jahren noch schlafen kannst, wenn die Zinsen wieder steigen. Es geht nicht um Spekulation. Es geht um Sicherheit. Und um echte Zahlen.

Was genau ist eine Zinsbindung?

Du schließt einen Kredit für dein Zuhause ab. Der Bank sagst du: Ich will für die nächsten fünf, zehn oder 20 Jahre wissen, wie viel ich jeden Monat zahlen muss. Das ist die Zinsbindung. Der Zinssatz ist dann fest - egal, ob die Zinsen auf dem Markt nach oben oder unten gehen. Du zahlst, was vereinbart wurde. Keine Überraschungen. Keine Angst vor plötzlichen Rate-Sprüngen.

Die gängigen Laufzeiten sind 5, 10, 15, 20, 25 und sogar 30 Jahre. Je länger die Bindung, desto höher der Zinssatz - aber auch desto mehr Sicherheit. In 2025 liegen die Zinsen für eine 10-jährige Bindung zwischen 3,5% und 4,0%. Für 15 Jahre sind es schon 3,8% bis 3,9%. Bei 20 Jahren zahlt man durchschnittlich 4,1%. Das klingt nicht viel, aber bei einem Darlehen von 250.000 Euro macht das über zehn Jahre Tausende Euro aus.

Warum 10 Jahre in 2025 der beste Kompromiss ist

Finanztip, Dr. Klein und viele andere Experten empfehlen für 2025 die 10-jährige Zinsbindung als Standard. Warum? Weil sie den besten Kompromiss zwischen Preis und Sicherheit bietet.

Im Vergleich zur 5-jährigen Bindung zahlst du nur 0,1 bis 0,2 Prozentpunkte mehr - aber du bist zehn Jahre lang vor Zinsanstiegen geschützt. Eine 5-jährige Bindung mag heute günstiger sein, aber was, wenn die Zinsen in drei Jahren auf 5% oder 6% klettern? Dann stehst du vor einer teuren Anschlussfinanzierung. Und die ist nicht einfach. Banken prüfen deine Einkommenslage neu, dein Eigenkapital muss stimmen, und die Zinsen sind dann oft höher als heute.

Die 10-jährige Bindung gibt dir Zeit. Zeit, um deine Finanzen zu stabilisieren. Zeit, um eventuell mehr Eigenkapital aufzubauen. Zeit, um abzuwarten, ob die Zinsen wirklich fallen oder nur kurz zögern. Und: Du hast ein Sonderkündigungsrecht nach zehn Jahren. Das heißt, du kannst deinen Kredit nach genau zehn Jahren mit sechs Monaten Kündigungsfrist wechseln - selbst wenn die Bindung noch nicht abgelaufen ist. Das macht die 10-Jahres-Lösung flexibler, als viele denken.

Wann lohnt sich die 15-jährige Zinsbindung?

Wenn du Planungssicherheit brauchst - und zwar echte. Wenn du Kinder hast, die in zehn Jahren in die Schule kommen. Wenn du in fünf Jahren vielleicht in eine größere Wohnung ziehen willst. Wenn du Angst hast, dass du in zehn Jahren nicht mehr so gut verdienst wie heute. Dann ist die 15-jährige Bindung die bessere Wahl.

Die Zinsen sind höher - um etwa 0,3 bis 0,5 Prozentpunkte im Vergleich zur 10-Jahres-Lösung. Aber du bist 15 Jahre lang auf der sicheren Seite. Du musst dich nicht mit der komplizierten Anschlussfinanzierung auseinandersetzen. Du weißt: In 15 Jahren habe ich vielleicht noch eine andere Immobilie, oder ich habe schon viel getilgt. Die Zufriedenheitswerte bei Nutzern liegen mit 4,5 von 5 Sternen sogar höher als bei der 10-Jahres-Lösung. Viele sagen: „Die 15-jährige Bindung gibt mir Sicherheit für meine Familienplanung.“

Und hier ist der Trick: Wenn du eine 15-jährige Bindung abschließt, kannst du trotzdem schon nach zehn Jahren kündigen - wenn die Zinsen dann niedriger sind. Du bist nicht gefangen. Du hast nur mehr Zeit, um abzuwarten.

Vergleich von 5-, 10- und 15-jährigen Zinsbindungen mit Symbolen für Risiko und Sicherheit

Warum 20 Jahre oder länger oft keine gute Idee sind

20- oder 30-jährige Zinsbindungen klingen verlockend. „Ich sichere mir die Zinsen für mein ganzes Leben.“ Aber das ist eine Illusion.

Erstens: Die Zinsen sind deutlich höher. Bei 20 Jahren liegt der Durchschnitt bei 4,1%, bei 30 Jahren bei 4,3% bis 4,4%. Das klingt nicht viel - aber bei einem 300.000-Euro-Darlehen zahlst du über die gesamte Laufzeit mehr als 20.000 Euro mehr an Zinsen als bei einer 10-jährigen Bindung.

Zweitens: Du verlierst Flexibilität. Wenn die Zinsen in zehn Jahren auf 2,5% fallen - wie es viele Experten für 2030 erwarten - dann bist du an deine 4,3% gebunden. Du kannst nicht wechseln. Du kannst nicht sparen. Du bist festgefahren.

Und drittens: Die meisten Menschen verändern ihr Leben in 15 Jahren. Sie wechseln den Job, ziehen um, bekommen Kinder, werden krank. Wer sagt, dass du in 20 Jahren noch in dieser Immobilie wohnen willst? Wer sagt, dass du die Rate noch zahlen kannst? Eine 20-jährige Bindung ist ein langfristiger Vertrag - mit vielen Unsicherheiten.

Ein Nutzer auf ImmobilienScout24 schreibt: „Ich habe 2023 eine 20-jährige Bindung abgeschlossen und bereue es. Die Zinsen sind jetzt gefallen - und ich kann nicht wechseln.“

Wie du deine perfekte Zinsbindung findest

Es gibt keine eine richtige Antwort. Nur die richtige für dich. Hier sind vier Schritte, die dir helfen:

  1. Berechne deine Zinsschwelle. Wie hoch müssen die Zinsen bei der Anschlussfinanzierung sein, damit die längere Bindung sich lohnt? Bei einem Darlehen von 250.000 Euro liegt diese Schwelle bei etwa 1,15% p.a. Wenn du glaubst, dass die Zinsen nach zehn Jahren über 1,5% liegen werden, dann lohnt sich die 15-jährige Bindung.
  2. Prüfe deine Lebensplanung. Bist du bereit, die nächsten 10-15 Jahre in dieser Wohnung zu bleiben? Hast du familiäre Planungen? Wirst du in zehn Jahren noch genug verdienen? Wenn du unsicher bist, nimm die kürzere Bindung.
  3. Verlange Angebote für 10 und 15 Jahre. Vergleiche die Monatsraten. Rechne die Gesamtkosten aus. Nicht nur den Zinssatz - sondern auch die Tilgung. Eine 2%ige Tilgung ist besser als 1,5%. Sie verkürzt die Laufzeit und spart Zinsen.
  4. Prüfe das Sonderkündigungsrecht. Jeder Kredit mit mindestens zehn Jahren Bindung hat ein Sonderkündigungsrecht nach zehn Jahren. Nutze das. Es ist dein Ausstiegsschlüssel.
Ehepaar am Küchentisch mit Mortgage-Rechner und Hinweis auf Sonderkündigungsrecht

Was du sonst noch wissen musst

Die durchschnittliche Zinsbindungsdauer in Deutschland steigt. 2024 lag sie bei 11,3 Jahren. 2025 wird sie auf 12,1 Jahre steigen. Das sagt etwas über die Stimmung: Die Menschen wollen Sicherheit. Sie wollen nicht mehr jährlich umdenken.

Die Banken wissen das. Deshalb bieten sie längere Laufzeiten an. Aber sie verkaufen nicht nur Zinsen - sie verkaufen Beruhigung. Du musst entscheiden, ob du das bezahlen willst.

Und dann ist da noch die Tilgung. Die Sparkasse sagt: Vereinbare mindestens 2-3% anfängliche Tilgung. Warum? Weil du so schneller schuldenfrei wirst. Und weil du weniger Zinsen zahlst. Eine 10-jährige Bindung mit 2% Tilgung hat eine Gesamtlaufzeit von 41 Jahren. Mit 3% Tilgung sinkt sie auf 34 Jahre. Das sind sieben Jahre weniger - und Tausende Euro weniger Zinsen.

Regionale Unterschiede gibt es auch. In strukturschwachen Gebieten bieten manche Banken Zinsen bis zu 0,3 Prozentpunkte günstiger an. Frag immer nach - auch wenn du in Graz, Wien oder Linz wohnst.

Die häufigsten Fehler - und wie du sie vermeidest

Ein Fehler: Du schaust nur auf den niedrigsten Zinssatz. Der günstigste Zins ist nicht immer der beste Kredit. Ein 5-jähriger Kredit mit 3,2% ist teurer als ein 10-jähriger mit 3,6%, wenn du nach fünf Jahren 5% Zinsen zahlen musst.

Ein anderer Fehler: Du ignorierst die Inflation. Wenn du heute 3.000 Euro monatlich zahlen kannst, ist das viel. In zehn Jahren, bei 2% Inflation, ist das nur noch der Wert von 2.400 Euro heute. Du wirst also weniger leisten können - aber deine Rate bleibt gleich. Das ist ein Risiko.

Und der größte Fehler: Du planst nicht früh genug für die Anschlussfinanzierung. Wenn deine Zinsbindung 2025 oder 2026 ausläuft, solltest du jetzt schon mit deiner Bank sprechen. Nicht erst in sechs Monaten. Die Banken brauchen Zeit. Und die besten Konditionen bekommst du, wenn du früh anfängst.

Was du jetzt tun solltest

Wenn du im Jahr 2025 eine Immobilie finanzierst, dann:

  • Verlange Angebote für 10 und 15 Jahre Zinsbindung - nicht nur für fünf.
  • Rechne die Gesamtkosten aus - nicht nur die Rate.
  • Prüfe, ob du 2-3% Tilgung vereinbaren kannst.
  • Frage nach dem Sonderkündigungsrecht - und schreibe es in den Vertrag.
  • Wenn du unsicher bist: Nimm die 10-jährige Bindung. Sie ist der Standard aus gutem Grund.

Die Zinsen werden nicht ewig niedrig bleiben. Aber sie werden auch nicht sofort wieder auf 6% klettern. Die Zukunft ist ungewiss. Aber du kannst dich auf etwas verlassen: Die richtige Zinsbindung gibt dir Ruhe. Und das ist mehr wert als ein paar Euro weniger pro Monat.

Welche Zinsbindung ist 2025 am günstigsten?

Am günstigsten ist die 5-jährige Zinsbindung mit Zinssätzen zwischen 3,4% und 3,6%. Aber sie ist nur dann günstig, wenn du sicher bist, dass du in fünf Jahren eine günstigere Anschlussfinanzierung findest. Die 10-jährige Bindung mit 3,5-3,7% ist oft die bessere Wahl - sie ist nur leicht teurer, bietet aber viel mehr Sicherheit.

Kann ich meine Zinsbindung nach 10 Jahren wechseln?

Ja. Jeder Immobilienkredit mit einer Zinsbindung von mindestens zehn Jahren enthält ein gesetzliches Sonderkündigungsrecht. Du kannst ihn nach zehn Jahren mit einer Kündigungsfrist von sechs Monaten beenden - selbst wenn die Bindung noch läuft. Das ist ein wichtiger Schutz, der viele Menschen vergessen.

Ist eine 15-jährige Zinsbindung zu teuer?

Sie ist teurer als die 10-jährige - um etwa 0,3 bis 0,5 Prozentpunkte. Aber sie schützt dich 15 Jahre lang vor Zinssteigerungen. Wenn du Familienplanung hast, unsicher bist, oder Angst vor komplizierten Anschlussfinanzierungen, dann ist die höhere Rate eine Investition in Sicherheit - und das lohnt sich.

Was passiert, wenn die Zinsen fallen, nachdem ich eine lange Bindung abgeschlossen habe?

Du bist an deinen Zinssatz gebunden. Du kannst nicht einfach wechseln - es sei denn, du nutzt das Sonderkündigungsrecht nach zehn Jahren. Wenn du eine 20-jährige Bindung abgeschlossen hast und die Zinsen fallen, musst du entweder warten - oder du zahlst Strafzinsen, wenn du vorzeitig kündigst. Das ist der Nachteil langer Bindungen.

Wie viel Tilgung sollte ich vereinbaren?

Mindestens 2%, besser 3%. Eine höhere Tilgung verkürzt die Gesamtlaufzeit erheblich und spart Tausende Euro an Zinsen. Wer nur 1% tilgt, braucht über 50 Jahre, um schuldenfrei zu sein. Wer 3% tilgt, ist oft schon nach 30 Jahren fertig.

Soll ich meinen Kredit in mehrere Tranchen aufteilen?

Ja, das ist eine kluge Strategie. Ein Teil mit 5-jähriger Bindung (niedrige Zinsen), ein Teil mit 15-jähriger Bindung (Sicherheit). Wenn du später mehr Geld hast, tilgst du zuerst die teurere Tranche. So kombinierst du Flexibilität und Sicherheit - und sparst Zinsen.